Interview: Sensei Olaf Bock – Kempo mit Bart

Ein neuer Kampfkunst-Lehrer ist in mein beschauliches Leben als Kempoka getreten. Und zwar einer, der ganz dicht am Ursprung des Shaolin Kempo zu Hause ist. Ich freue mich sehr darüber, Sensei Olaf Bock kennengelernt zu haben. Was es damit auf sich hat, wer dieser Herr ist und warum ich so begeistert über meinen neuen Schüler-Status bin, versuche ich mit folgendem Interview zu klären.

Wenn es auf diesen Seiten übrigens momentan etwas ruhiger ist, liegt das an der Zeit, die ich NICHT am Rechner sitze, sondern mich mit mehr oder weniger Erfolg an meinem Fortkommen in der Kunst des Kampfes versuche. Allen regelmäßigen Lesern dieser Zeilen sei daher mein Bedauern über die lange Wartezeit ausgesprochen. Die meisten werden es verstehen, teilen wir doch die Neigung, sich in vollgeschwitzten Klamotten auf sparkligen Matten oder in zugigen Hallen rumzutreiben.

Auf Olaf Bock und sein „Kadertraininig“ hat mich Thomas Kuclo aufmerksam gemacht, ein befreundeter Kempoka aus Bad Bentheim. Der ist einer der seltenen Vögel, die ebenfalls gerne über den Tellerrand des eigenen Trainingsplans hinausschauen und der sich intensiv mit den Grundlagen und der Historie des Kempo beschäftigt (Shaolin-kempo-karate.de). Thomas hatte mir vor geraumer Zeit bereits eine Einladung zu besagtem Kadertraining zukommen lassen. Klang sehr interessant, auch wenn ich selber mich nicht in einem „Kader“ sehe. Hört sich so elitär und leistungsorientiert an … Aber die Verweise auf ein sehr ursprüngliches Kempo klangen so spannend, dass ich den Weg in den Westerwald unbedingt einmal wagen wollte. Und im winterlichen Februar diesen Jahres passte es endlich, ich traf mich mit Thomas und Meister Olaf in seinem Dojo, um „klassisches Shaolin Kempo“ bei einem 9. DAN zu trainieren.

Olaf04

 

Steckbrief
Name: Olaf Bock
Stil: Shaolin Kempo
Grad: 7. DAN Shaolin Kempo, 9. DAN Shorin Kempo Ryu, 6. DAN Kick Boxen
wohnt im: Westerwald
trainiert: u.a. Betzdorf-Scheuerfeld (Westerwald)

Olaf, Du bist überraschend jung für jemanden, der so hoch graduiert ist. Wann hast Du mit Kempo und der Kampfkunst angefangen?

Angefangen hab ich im zarten Alter von 9 Jahren, 1972, mit Boxen und Karate in meiner alten Heimat im Sauerland, in Attendorn. Mit Kempo bin ich zum erstenmal in Berührung gekommen, als ich im Fernsehen, bei uns im Regionalprogramm vom WDR, eine Dokumentation über einen Holländer gesehen habe, der mich total fasziniert hat. Den wollte ich unbedingt mal kennenlernen. Das war Gerald Meijers, der damals die Gruppe um Klaus Poensges trainierte. Das fand ich einfach geil. Das ist etwa 1975 gewesen.

Hast Du den Großmeister selber denn kennengelernt?

Cor Brugman

Cor Brugman

Ja, später. Trainiert habe ich aber nicht unter ihm. Sondern unter einem seiner direkten Meisterschüler. Durch einen damaligen Bekannten aus Kamp Lintford bin ich auf Ludger Ingelhardt gestoßen. Der trainierte damals Kempo bei einem gewissen Cor Brugman in Doetinchem in Holland. Das war Anfang der 80er Jahre. Damals war ich gerade mit dem ersten Auto „mobil“ geworden und bin einfach mal hingefahren.

Einfach mal hin? Wie weit ist das denn von Deinem Wohnort?
Rund 200 Kilometer. Also auch nicht weiter, als Du gefahren bist! :-) Die Atmosphäre, der Geist, das Training und die Person von Cor Brugman haben mich dann sofort so in den Bann gezogen, dass ich dort Schüler geworden bin.

Als Sauerländer in Holland? Waren viele Deutsche dort?
lacht Ne, da war ich damals schon der Einzige. Der „Deutsche“. Ich bin dann fast jedes Wochenende am Freitag nach der Arbeit los und am Sonntag nach dem letzten Training zurück. Viele Jahre lang …

Was hat Dich so fasziniert, dass Du diese Entfernung auf Dich genommen hast?

Originalabzeichen The Crane

Originalabzeichen The Crane

Cor Brugman war damals im holländischen Kempo klar die Nummer 1. Wenn es um Kempo ging, gab es nichts Besseres. Und ich mochte einfach seine Art zu unterrichten. Cor war damals ja gerade einmal 30 Jahre alt, also im besten Alter. Damals war er 6. DAN. Und er war einer der Meisterschüler von Meijers. Einmal im Monat trafen sich im Doetinchem-Dojo die damaligen Kempo-Größen, um sich auszutauschen und auch gemeinsam zu trainieren. Denn die Bemühungen, die unterschiedlichen Kempo-Stile zu harmonisieren, die gab es schon damals. Da gingen dann solche Kaliber wie Jan Bruger, Camine Tundo, Rene Kraft van Ermel und viele andere in die Halle. Darüber hinaus gab es gute Kontakte zu Schülern von Jimmy Bax wie etwa Rene Scharff, oder Harry de Spa und Theo Theloesen und später auch zu Tjebbe Laeyendecker. Aus allen Ecken Hollands kamen die Aktiven, teils sogar Leute, die in den Fünfzigern beim Militär Kempo trainiert hatten. Trotz seiner Jugend war Cor Brugmann schon damals eine Institution. Und ich durfte mit und bei ihm trainieren! Das war natürlich super für mich. Und ich bin dann auch mit Cor selber viel auf Achse gewesen.

Kempo spielte sich nur an den Wochenenden ab?
Nein, natürlich habe ich auch in der Woche trainiert. Damals gab es in Siegen eine kleine Gruppe. Und 1984, ich hatte gerade den 1. DAN, kam die Idee auf, eine eigene Gruppe zu gründen. Das musste natürlich von Cor genehmigt werden. Das Verhältnis von Schüler zu Lehrer wurde von Cor immer sehr streng gesehen. Ohne seine Erlaubnis wäre das nicht möglich gewesen. Und bei Cor, und auch bei mir, sind die DAN-Grade von 1 bis 4 noch Schülergrade. Erst mit dem 4. DAN darf man selber unterrichten, ein eigenes Dojo aufmachen. Cor war bei den Prüfungen meiner Schüler die ersten Jahre immer dabei, das konnte ich nicht eigenständig durchführen. Aber diese Form von Disziplin und Hierarchie hat mich damals fasziniert. So habe ich Cor zum Beispiel im Dojo nie mit Vornamen angesprochen, würde es heute noch nicht tun.

Du unterrichtest also seit 1984?
Richtig, damals mit einer Gruppe in Hachenburg. Das Dojo in Betzdorf habe ich dann 1991/92 eröffnet und bis 2008 geleitet. Mit ziemlichem Erfolg, denn es waren immer rund 25 bis 30 Leute im Training. Und das hier auf dem Land. Und mit meinem Verständnis von Training. Das lehnte sich eng an die holländische Art zu unterrichten an. Blut, Schweiß und Angst gehörten einfach dazu. So haben damals die Holländer trainiert. Hart und körperbetont, viel Vollkontakt, viel Kämpfen. Cor hat trotzdem immer im Blick gehabt, was seine Schüler leisten konnten.

Wie ging es mit Deinem Training in Doetinchem weiter?

Cor Brugmans Demo Team Ende der 80. Olaf in der Mitte, Cor Brugmann rechts.

Cor Brugmans Demo Team Ende der 80er. Olaf in der Mitte, Cor Brugman rechts.

Ich bin ziemlich schnell einer der Meisterschüler von Cor Brugmann geworden. Damals war ich bei allen Demonstrationen dabei, war quasi sein Aushängeschild. Und ich war und bin immer zu 100 Prozent loyal zu Cor gestanden. Denn der war beileibe keine bequeme Person, sagte gern immer geradeaus seine Meinung. Das hat ihm, und das hat mir, nicht nur Freunde gemacht. Irgendwann habe ich dann das Training in Doetinchem und S‘ Heerenberg übernommen, denn Cor hatte ziemliche gesundheitliche Probleme. Und bis 2006 habe ich das Kadertraining dort geleitet, teils mit Cor, teils alleine. 2007 hat mich Cor offiziell zu seinem Nachfolger ernannt. Daher habe ich auch viele Entwicklungen des Kempo in Holland mitbekommen, noch ein wenig die Entwicklung vom Karate Bond Nederland (KBN), dann über den Shaolin Kempo Bond (SKB) bis hin zur Kempo Associatie Nederland (KAN). Und das Video meiner Prüfung zum 3. DAN war in Holland lange Zeit vielfach angeschaut.

Wenn ich das Internet gerade in Holland nach den Wurzeln des Shaolin Kempo durchsuche, dann tauchen die Namen Brugman selten und Bock selten bis gar nicht auf. Wie kommt das?

Cor war immer ein exzellenter Kampfkünstler, aber ein miserabler Diplomat. Er hat immer gesagt, was seine Meinung war. Und auch wenn ich nicht immer in allem der gleichen Meinung gewesen bin, war ich doch immer zu 100 Prozent loyal zu meinem Sensei. So hat sich Cor eine Menge Gegenwind eingefangen, und ich bin mit Cor gleichgesetzt worden. Damals hieß es in Holland „Es gibt nicht Cor ohne Olaf, und Olaf nicht ohne Cor“. Und außerdem bin ich nach wie vor „der Deutsche“, das mögen nicht alle Holländer. Ich habe aber nach wie vor sehr gute Kontakte auch in Holland und Belgien.

Und in Deutschland?

Olaf01Da habe ich das Shaolin Kempo von 1992 bis 1998 ziemlich aktiv begleitet. Ich hatte rasch, auch auf Anraten von Cor, Kontakte zur Deutschen Wushu Federation aufgenommen, bin dann auch Landestrainer in Rheinland-Pfalz gewesen. Wer denn auch sonst, damals gab es in Rheinland-Pfalz ja nur Olaf Bock. :-) Immer wieder waren auch Kampfsportler aus Deutschland einige Zeit zu Gast in Doetinchem. wie etwa aus Kleve, Emmerich, Duisburg oder Münster. 1998 habe ich damit allerdings aufgehört, denn ich hatte auf die immer ausuferndere Vereinsmeierei und die Besserwisser keine Lust mehr. Da sind dann Leute auf mich zugekommen und wollten mir erklären, wie ich Shaolin Kempo zu unterrichten habe, oder dass es zum Beispiel in den Formen keine wechselnden Standhöhen gibt oder oder oder …

Das war mal ganz anders, wesentlich respektvoller im Umgang auch mit den Lehrern. Beispiel Prüfungen: Bei Cor wäre niemand auf die Idee gekommen, selber nach seiner nächsten Prüfung zu fragen. Da wurden die Prüflinge vom Lehrer ausgewählt. Dafür gab es auch keine festen Zeitfenster, das entschied der Lehrer selber. Beim einen schneller, beim anderen später. Und das wurde auch nicht in Frage gestellt. Es gab auch keine feste Prüfungsordnung. Das kam erst seit Mitte der 80er Jahre auf. Und der Termin einer Prüfung kam für Dich als Schüler spontan. Wenn Du Glück hattest, wusstest Du ihn ein oder zwei Wochen vorher. Es galt das Motto „Die Prüfung ist Bestandteil eines normalen Training. Du musst immer bereit sein.“

Wer die Seite des Kempo in Betzdorf besucht, der stößt auf den Hinweis, Du seiest auch im Ausland sehr aktiv gewesen, gerade im osteuropäischen. Was hat es damit auf sich?

Bei einem Turnier des American Kempo im Jahr 2000 in Irland habe ich zwei Ungarn kennengelernt. Die waren damals auf der Suche nach bekannten Größen der Szene, die in Ungarn Seminare leiten sollten. Da gab es damals ja noch keine echte Szene. Also bin ich auf Einladung 2001 tatsächlich nach Budapest gefahren. Und stand völlig überraschend vor mehr als 150 Teilnehmern aus allen Ecken des Landes. Darunter war auch ein deutschsprechender Rumäne aus Siebenbürgen, der mich ebenfalls einladen wollte. Ganz offiziell, wie er meinte. Und tatsächlich bekam ich kurz danach hochoffiziell Post vom dortigen Ministerium für Sport, die mich für ein fünftägiges Seminar einluden. Ich also hin im Glauben, dass ich ein Teil eines großen Seminars sein würde. Bis mir dann klar wurde, dass ich ganz allein das Seminar leiten solle. Am ersten Abend waren wir gleich 40 Teilnehmer. Ging ja noch. Am zweiten Tag waren es dann 80, am dritten Tag schon 160, dann schließlich über 200. Das war Wahnsinn. Und ich war auf einmal einer der bekanntesten Kampfkunsttrainer Rumäniens.

Rumänien 2002

Rumänien 2002

2002 haben wir dann in Budapest die International Kempo Federation gegründet (IKF). Das Ziel war es eigentlich nur, einen internationalen Wettkampf 2003 in Bukarest durchzuführen. Auch das ist eine Art Schneeball geworden, immer größer, immer bedeutender. Jeff Speakman wurde dann mein Nachfolger als Vorsitzender, ich bin immer noch Ehrenvorsitzender. Und immer noch in Kontakt mit den Kempoka in USA, Rumänien und Ungarn.
Olaf in Rumänien
Olaf in Ungarn
Olaf in USA

Irgendwann bist Du allerdings abgetaucht und warst kaum noch präsent. Warum?

Wie schon gesagt, interessieren mich Vereinsmeierei und Verbandsstreitigkeiten nicht. Und das wurde immer komischer, auch der Neid. Es entwickelten sich etliche, sagen wir mal, diskussionswürdige neue „Stile“, deren Oberhäupter sich dann gern mit hohen Graduierungen schmückten und sich selber feierten. Ich erinnere mich da an etliche Begebenheiten bis in die jüngste Vergangenheit. Viele sind sympathische Vertreter ihrer Kunst, aber ich bin da konservativ. Wie kann man höher graduiert sein als sein Lehrer? Und wie kann es überhaupt mehr als einen 10. DAN im Shaolin Kempo geben? Meijers lebt doch noch. Ich bin nach wie vor 7. DAN Shaolin Kempo, und das seit mehr als 14 Jahren. Mein Lehrer Cor Brugman ist ein 8. DAN. Ich hab mich 2008  ausgeklinkt aus der Szene, auch aus der IKF, nur noch für mich trainiert, keine Schüler mehr unterrichtet. Ich hatte einfach keine Lust mehr. 2010 habe ich dann in der Justiz einen neuen Job angefangen, da ging ebenfalls viel Energie hinein.

Und was ist mit Deinem 9. DAN im „Shorin Kempo“? Verbirgt sich dahinter nicht auch wieder nur ein neuer Name des altbekannten Shaolin Kempo?

Olaf03Nein. Ich habe mich lange gefragt, wieso Faulhaber damals den Namen Shaolin Kempo gewählt hatte. Und bin, anders als die meisten Kempoka, diesem Namen gefolgt. Ich habe mich intensiv mit den japanischen, okinawanischen Wurzeln beschäftigt. Und habe unter anderem den Bubishi studiert. Dort bin ich auf den Namen Shaolin Kempo gestoßen. Der ausdrückte, dass die Kunst des Kempo oder des Weißen-Kranich-Stils in China beheimatet war und nach Okinawa kam. Und sich schließlich im Ur-Goju Ryu ausdrückte. Dort hat sich ja auch Großmeister Meijers hervorgetan. Mit diesen Erkenntnissen habe ich das Shorin Kempo Karate als eigene Kampfkunst begründet, die ihre Wurzeln eher im chinesischen Kranich-Stil findet. Das äußert sich in vielen unserer Bewegungen auch des klassischen Shaolin Kempo – in Handhaltungen, Standhöhen und ähnlichem. Wie man dagegen heutzutage immer wieder auf den Drachen als Symbol oder Name kommt, ist mir ein Rätsel, denn die Wurzeln sind definitiv im Kranich- und nicht im Drachen-Stil. Grinst. Seit 2013 ist Shorin Kempo in Japan als eigenständige Kampfkunst anerkannt. Und ich habe mittlerweile als Stilgründer den 9. DAN in Japan inne. Aber wie schon gesagt: Geht es um das ursprüngliche Shaolin Kempo, wie ich es auch Dir zeige, dann habe ich den 7. DAN.

Du unterrichtest heute wieder, hast auch mich als Schüler angenommen. Was hat es damit auf sich?

Richtig, seit 2016 habe ich aufgehört mit meiner Vogel-Strauß-Haltung. Irgendwann hat Cor gemeint, dass ich der einzige sei, der das originale Shaolin Kempo noch in seiner kompletten Form unterrichten könne. Und ich solle doch bitte sehr aufpassen auf das, was mit „unserem“ Shaolin Kempo passiere und darauf achtgeben, sonst würde es verschwinden. Das habe ich mir zu Herzen genommen. Nach einigem Zögern habe ich daher wieder meine kleine Gruppe in Betzdorf aktiviert und unterrichte auch einmal im Monat in einem Kadertraining, so wie früher in Doetinchem. Aber keine dutzende oder hundert Schüler mehr, nur noch ein kleiner und ausgewählter Kreis von Leuten, die wirklich interessiert sind und auch dahinter stehen. Und das KennenlerOlaf02nen von Thomas und Dir zeigt mir, dass das Wissen nach wie vor willkommen ist. Es gibt Menschen, die mehr wissen wollen, die sich fragen: Was steckt hinter der Kampfkunst Kempo? Ich möchte, dass die Schüler hinterfragen, was sie tun, damit sie auch kapieren und nicht kopieren.

Mich interessieren die einzelnen Menschen. Daher wähle ich auch aus, wer wirklich Schüler wird. Aber willkommen sind natürlich alle, die sich für das ursprüngliche Shaolin Kempo interessieren.

 

Mehr Infos: https://kempo-karate-betzdorf.jimdo.com

Kommentare

  1. meint

    Das ist ein wirklich sehr gutes Interview!
    Leider gibt es in der Tat die Werte, die Olaf Bock anspricht, heute so nicht mehr, -jeder weiß alles besser, kopiert und klaut wo er nur kann und macht dann der Erleuchteten. Darüber ärgere ich mich überhaupt nicht, -so ist der „heutige“ Mensch eben. Darum kann man es Sportlern heute auch nicht mehr vermitteln, dass sie dies tun oder jenes lassen sollen. Das wird heute als „Spaßbremse“ gesehen…
    Alle von Olaf Bock genannte Kempo-Akteure kenne ich auch noch aus den 70ern und habe mit ihnen zusammen in Enschede/NL jahrelang trainiert und agiert, -es war eine schöne Zeit. Ideale, Ziele und hartes Training, das war der Stoff, aus dem unsere Träume Wirklichkeit geworden sind. Ted Verschuur hat noch mein „Leraar“-Examen nach zweijähriger Ausbildung abgenommen und die Techniken von Harry de Spa waren legendär. C.Tundo ist vor der Klasse stehend immer im Kihon die Armbanduhr von der Hand geflogen und wurde ins Dojo katapultiert, auch das war legendär und gehörte dazu. Keiner wagte etwas zu sagen, wenn die Uhr knapp am Kopf vorbeizischte
    Auch ich war dann später jahrelang noch zu sozialistischen Zeiten in Ungarn, Tschechei usw. und habe dort unterrichtet. Olaf Bock soll so weitermachen und seinen Weg gehen…

    • meint

      Hallo Franz!
      Ungeachtet der Vergangenheit würde ich Dich gerne nach Deiner Shaolin-Kempo-Geschichte fragen. So z.B. bei welchen Lehrern hast Du das Shaolin Kempo gelernt. Piet Schonewille, welchen Du stets als Deinen Lehrer angibst, hat Tae Kwon Do und Judo gelernt und auch gelehrt. Er soll ebenfalls in weiteren Kampfkünsten wie Aikido und Ju-Jutsu mehrere Graduierungen besitzen. Doch Shaolin Kempo hat er nicht gelernt und auch nicht unterrichtet – zumindest ist das von keinem Shaolin-Kempo Großmeister (auch) aus damaliger Zeit (und auch nicht von seinen Schülern, mit denen ich in Kontakt getreten bin) bestätigt worden. Er hat aber dafür sein Dojo bereit gestellt. Gelegentlich, vllt. auch in regelmäßigen Abständen, fanden in Enschede Kempo-Einheiten statt. Die Dozenten waren, nach meinem jetzigen Wissensstand Jan Hagen, Carmine Tundo und Cees van der Wielen. Wer hat noch Shaolin Kempo in Enschede unterrichtet und auf welche Art? Monatliche oder quartalsmäßige Lehrgänge? Welche Stilrichtungen hast Du noch kennen gelernt (Verweis auf die GN vom 10.02.1989) und wie weit haben diese Einfluss auf das Shaolin Kempo, welches Du unterrichtest, ausgeübt? Wie stark haben das Kyokushin (von Mantiri, Almelo) und das Tae Kwon Do (von Schonewille, Enschede) Dein Shaolin-Kempo beeinflusst? Hast Du auch bei Ben Oltmans ebenfalls Shotokan-Unterricht genommen? Wenn ja, wie lange? Ebenfalls interessant wäre die Auskunft über Deine (Lehrer-Schüler?)-Beziehung zu Ted Verschuur, bei dem Du Dein „Leraar“-Examen absolviert hast. Du hast ebenfalls, so u.a. die Aussagen ehemaliger Kempoka, die „Basistechniken“ selbst kreiert. Würde gerne nach dem Grund fragen und wieso die „ursprünglichen“ Kempo-Techniken / Kumite nicht von Dir gelehrt worden sind. Woher kommt das Programm ab dem 1.Dan? Dieses ist mit keinem Shaolin-Kempo Programm anderer Schulen vergleichbar. Wieso gibt es in Deinem Shaolin-Kempo Stil (den ich auch kenne) keine Waffenformen?
      Fragen über Fragen, würde mich dennoch über eine Antwort freuen, gerne auch direkt an meine Mailadresse. Danke im Voraus.
      MfG
      Thomas Kuclo

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